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Foto im Stadtpark, man sieht den Pavillon, ein paar Bierzeltgarnituren an denen Menschen sitzen und im Vordergrund zwei Menschen von hinten, die zur Bühne schauen.
Stadtpark Dudweiler 03.06.2023 - Musikfest der Schalmeien

In Dudweiler finden regelmäßig Veranstaltungen diverser Vereine statt. Zunehmend soll zu diesem Zweck der Stadtpark verwendet werden. Gerade für kleinere Veranstaltungen ist der logistische Aufwand zur Nutzung des Stadtparks leider relativ groß. Ich hätte einen (einfachen?) Vorschlag.

Ich sage es gleich vorweg: Mein Vorschlag ist nicht uneigennützig. Wir haben mit dem Schalmeien- und Kulturverein am vergangenen Wochenende unser kleines Musikfest im Stadtpark veranstaltet. Eine der größten Hürden war die Bestuhlung des Parks und mein Vorschlag würde meinem Verein und mir direkt nützen. Aber nicht nur für uns wäre es hilfreich, daher will ich die Idee hier öffentlich machen und hoffe, alle Fraktionen des Bezirksrates zu erreichen, vielleicht möchte eine der Fraktionen daraus einen Antrag gestalten.

Kurz zusammengefasst lautet mein Vorschlag: Der Bezirk schafft eine gewisse Anzahl an Festzeltgarnituren, sagen wir zum Beispiel 20 Stück, an um diese im Pavillon des Stadtparks zu lagern, damit Veranstaltende diese vor Ort verwenden können.

Jetzt die lange Version, mit Hintergrund und ausführlicher Erklärung. Wir haben mit dem Verein seit Jahrzehnten ein Parkkonzert im Stadtpark veranstaltet. Das waren immer zwei Stunden Konzert im Pavillon, ohne Eintritt, nur wir selbst musizierten. Für diesen Zweck haben wir uns früher vom Bauhof Dudweiler die benötigte Anzahl an Garnituren für die Gäste und Stühle für die Musizierenden in den Park liefern lassen. Irgendwann wurden dafür Gebühren verlangt, die für uns in keiner Relation zum Umsatz unserer Veranstaltung standen. Seither mussten wir unsere Bestuhlung selbst organisieren. Wie gesagt, wir haben nie Eintritt verlangt und finanzieren das Ganze über den Verkauf von Kaltgetränken, Kaffee und Kuchen. Daher haben wir uns die Garnituren immer wieder von verschiedenen Vereinen ausgeliehen und dazu private Garnituren mitgebracht. Die Bestuhlung der Bühne besteht seitdem aus den Stühlen aus unserem Probenraum. Das war immer viel Aufwand, aber war stemmbar, solange alle Garnituren die benötigt werden auf einen Hänger passen. Das haut für ~15 Stück hin, wenn es mehr wird, wird es schwierig.

Im vergangenen Jahr haben wir dann, zum ersten Mal in dieser Form im Stadtpark, ein größeres zweitägiges Fest veranstaltet, zu unserem Jubiläum. Wir haben dann, wie man das bei solchen Veranstaltungen tut, Festzeltgarnituren beim Getränkehändler bestellt. Das ist auch in Ordnung, denn bei einer zweitägigen Veranstaltung hat man ganz andere Möglichkeiten Geld einzunehmen, als bei einem kleinen Konzert.

In diesem Jahr wollten wie nicht wieder “nur” ein Konzert geben, aber ein großes Fest können wir nicht jedes Jahr stemmen. Also haben wir ein “kleines” Musikfest mit drei Gastvereinen veranstaltet. Vier Stunden Programm im Park, auch hier wieder natürlich ohne Eintritt zu verlangen. Hierfür reicht es nicht aus, ein paar Garnituren mit einem kleinen Hänger herbeizuholen. Am Ende haben wir uns von drei verschiedenen Vereinen entsprechendes Material ausgeliehen und hatten damit mehrere Tage Aufwand. Zwei Abende nur Garnituren abholen gehen und in den Park fahren, dort dann in den Pavillon schleppen. Zur Veranstaltung die Garnituren aus dem Pavillon heraus aufbauen und nach der Veranstaltung wieder dort einlagern, um dann an zwei weiteren Abenden das Material wieder an die Vereine zu verteilen, von denen es geliehen war. Wir selbst haben übrigens keine Möglichkeiten uns Garnituren in so einer Anzahl zu kaufen oder gar zu lagern, vermutlich geht es vielen Vereinen und Gruppen so.

Man verstehe mich nicht falsch: Ehrenamt bedeutet oft auch, sich sehr viel Arbeit zu machen um Geld zu sparen um tolle Dinge zu veranstalten. Aber ab einem gewissen Punkt muss man sehen, was eigentlich noch sinnvoll ist.

15 Garnituren reichen nicht für eine solche Veranstaltung. Wir hatten überlegt, uns 40 Garnituren liefern zu lassen vom Getränkehändler. Aber wir brauchen ja schon einen Kühlwagen vom Getränkehändler, der auch Miete kostet und wir haben wohlweislich keinen Grillwagen oder Bierwagen vor Ort aufgebaut, sondern mit privaten Pavillons und ein paar Tischen unsere Verkaufsstände selbst gebaut. Wir müssen Kosten sparen, damit der ganze Aufwand am Ende nicht darin endet, dass wir finanziell drauf legen. Für eine Veranstaltung in dieser Größe lohnt es einfach nicht, mehr als 400€ für die Bestuhlung auf dem Platz auszugeben.

Jetzt habe ich mich mit Menschen unterhalten, die auch Interesse daran haben im Park Veranstaltungen durchzuführen. Es sind ja zum Beispiel auch durch den Verkehrsverein Konzerte geplant. Und seit Jahren und mehreren Bürgermeisteramtszeiten höre ich immer wieder “Es wäre toll, mehr Vereine würden hin und wieder den Park nutzen für kleinere Veranstaltungen.”

Genau da setzt mein Vorschlag an. Stünden den Veranstaltenden im Pavillon 20 Garnituren zur Verfügung, würde das sehr helfen. Gerade kleinere Events wären viel einfacher umzusetzen und ich kann mir vorstellen, es würde eine Hürde nehmen, dass auch weitere Gruppen sich wagen, so etwas anzugehen. Aber selbst bei größeren Veranstaltungen sind die Veranstalter sicher dankbar, wenn sie 20 Garnituren weniger organisieren/mieten müssten.

Natürlich bleibt es nicht bei der Anschaffung. Jemand™ müsste sicherlich kontrollieren, ob die Garnituren in Ordnung sind vor einer Veranstaltung und auch danach müsste jemand™ prüfen, ob noch alles da ist und in welchem Zustand es sich befindet. Vermutlich müsste man eine Kaution nehmen und daran koppeln, vielleicht kann man das auf einer gewissen Vertrauensbasis tun. Aber die Mitarbeitenden des Bauhofs und des Grünamts haben vermutlich schon genug um die Ohren um sich auch noch um so etwas zu kümmern.

Auch die Finanzierung ist sicher so eine Sache. Ob das aus dem Topf für Stadtteilbezogene Kulturarbeit finanzierbar ist, ob man dafür andere Fördertöpfe verwenden kann oder ob man sogar die Stadt Saarbrücken dazu bekommt, ausnahmsweise etwas für das kulturelle Leben im Randbezirk zu machen, das müsste man sicher genauer prüfen.

Aber ich sage es mal so, die Details überlasse ich gerne dem Bezirksrat und der Bezirksverwaltung. Wo ein Wille ist, ist ein Weg, ein Budget und eine Lösung. Ich bin auch gerne bereit für eine offene Diskussion, wie man so etwas umsetzen kann oder wieso das vielleicht gar nicht so nützlich ist, wie ich aktuell denke.

Aber mein Aufruf steht hiermit: Liebe Fraktionen im Bezirksrat, lieber Bezirksbürgermeister Ralf-Peter Fritz und gerne auch lieber Uwe Conradt, wenn ihr das möglich macht, ist das wirklich handfeste Kulturunterstützung und ich glaube und hoffe, es würde dafür sorgen, dass der Stadtpark noch häufiger für kleinere Veranstaltungen genutzt werden kann. Ich zähle auf euch.

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